Die Lügen und die Wiesel - Episode 1 - Eine halb verbrannte Schriftrolle


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    Wiesel

    - ein kleines, schlankes Tier, ähnlich einem Hermelin

    - eine hinterlistige Person oder ein Verräter

    (Altes Glossar)


    Hätte man Cassius Aelius gefragt, was er im Leben am meisten hasste, hätte er geantwortet: den Winter, die Aufträge seines Onkels und schlechte Nachrichten am Morgen.

    Aber hier war er nun, am äußersten Rand der Welt, im Land der Barbaren, an der nördlichen See. Im Winter. Auf Anweisung seines Onkels, für einen Auftrag. Schlaftrunken erwachte Cassius und hörte, welche Neuigkeiten seine stellvertretenden Kommandanten – zwei barbarisch aussehende Gallier – zu berichten hatten.

    Sie hatten das Zimmer bereits betreten, natürlich ohne vorher anzuklopfen. Bryden und Halen. In ihrer eigenen Sprache: der „Hügel“ und das „raue Gewässer“. Noch immer im Halbschlaf dachte Cassius bei sich, wie gut diese Namen doch zu den beiden Soldaten passten. Bryden, der dunkelhaarige Haeduaner, sah wirklich aus wie ein Hügel oder eher wie ein solider Fels, der als Scherz der Götter plötzlich in Cassius Schlafzimmer aufgetaucht war. Es wäre wirklich nett gewesen, wenn sie angeklopft hätten. Der andere Soldat war das genaue Gegenteil. In einen Späherumhang mit Kapuze gekleidet, scheinbar immer in Bewegung, erinnerte der zweite Kommandant Cassius an einen kalten Bergbach, der sich immer einen Weg durchs Gebirge sucht. Halen schien nicht sehr stark zu sein, aber Cassius machte sich keine Illusionen darüber, dass dieser blauäugige Gallier in einem Kampf einen viel gefährlicheren Gegner abgeben würde als sein Freund, der volle Rüstung trug.

    „Es ist schon wieder geschehen“, begann Halen seinen Bericht. „Zwei weitere Dörfer, ein paar Meilen westlich von hier, wurden niedergemetzelt. Wie immer hat niemand überlebt. Es gibt keine Zeugen. Alles niedergebrannt. Noch einige solche Angriffe und die Menschen hier werden rebellieren.“

    „Auf dem Weg hierher habe ich bereits so etwas gehört“, sagte der Haeduaner Bryden mit dumpfer Stimme. „Diese Lande haben sich erst vor Kurzem dem Imperium angeschlossen, weil man ihnen Sicherheit und Wohlstand versprochen hat. Aber alles, was sie bisher bekommen haben, ist, dass ihre Dörfer Nacht um Nacht niedergebrannt werden, ohne dass unsere Garnison etwas dagegen unternimmt“,

    erwiderte Cassius in einem Versuch, wachzuwerden. „Wir können nicht viel zur Verteidigung unternehmen, wenn wir keine Berichte bekommen, von rechtzeitig ganz zu schweigen“, fuhr er fort und rieb sich das Gesicht, um die letzte Müdigkeit zu vertreiben. „Und wir können gar nichts tun, wenn wir nicht wissen, wer die Angreifer sind. Es gibt hier zu viele Dörfer, wir können nicht in jedes eine Garnison abstellen. Das würde nur noch schneller zu einem Aufstand führen und wir könnten nicht schnell reagieren, wenn auf der anderen Seite der Region etwas passiert. Das wisst ihr auch.“

    „Ja, das ist uns bewusst. Aber es wird immer schwieriger, das den Leuten zu erklären, wenn ihre Freunde und Verwandten getötet werden. Außerdem ...“ Halen wirkte unsicher und zweifelnd. „Diesmal haben die Angreifer, wer sie auch sein mögen, etwas zurückgelassen. Sieh dir das an.“

    Halen suchte in seinem Beutel, zog eine halb verbrannte Schriftrolle heraus und gab sie Cassius.

    Nun ja ... Die Tatsache, dass er auf dem Anwesen seines Onkels geboren war und fast sein ganzes bisheriges Leben dort verbracht hatte, hatte auch ihre Vorteile. Cassius war es gewöhnt, dass die Diener ständig spionierten und dass über alle seine Bewegungen und Handlungen sofort Bericht erstattet wurde. Als er die Schriftrolle öffnete, veränderte sich sein Gesichtsausdruck kein bisschen.

    „Das Wiesel?“, sagte er und zuckte gleichgültig die Schultern. „Was für ein seltsames Zeichen ... warum seid ihr euch so sicher, dass es zu den Angreifern gehört?“

    „Das sind wir nicht“, sagte Halen, der Cassius' Gesicht gespannt beobachtete und enttäuscht aussah. „Aber Bryden und ich haben beide das Gefühl, dass diese Schriftrolle wichtig ist, und wenn wir herausfinden, wer sie im Dorf zurückgelassen hat, finden wir vielleicht heraus, welche Mächte hinter all den Angriffen in letzter Zeit stecken.“

    „Na, dann wünsche ich euch viel Erfolg dabei, das herauszufinden“, sagte Cassius, der endlich seinen Schreibtisch erreicht hatte. „Nun ... wir haben einiges zu tun hier. Schickt die Herolde aus und erinnert die Dorfbewohner daran, dass sie es melden sollen, wenn sie etwas Ungewöhnliches bemerken. Wegtreten.“

    Nachdem die beiden Gallier verschwunden waren, sah sich Cassius die Zeichnung noch einmal genauer an. Nein, das konnte kein Irrtum sein. Er erkannte das Zeichen sofort. Ihm war vollkommen klar, zu wem diese halb verbrannte Schriftrolle gehörte.



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    Aufgabe: Löse das Rätsel.

    Ein Held muss eine Klippe hinunter, die 100 Meter hoch ist. Er hat ein Seil mit 75 Metern Länge und ein Messer. Wie kann er es schaffen?


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    Wettbewerbsinformationen:


    Start 22.02.2021 – 09:00 (UTC+0)
    Ende 09.03.2021 – 09:00 (UTC+0)
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    Auswahl der Gewinner 100 Sieger werden zufällig aus allen gezogen, die eine korrekte Antwort abgeben.
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    Notiz Jeder Spieler kann nur in einer Community an dem Wettbewerb teilnehmen.